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Das Vulkangebirge Vogelsberg soll unter dem Motto VULKAN und LEBEN ein GEO-PARK werden

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Konzept Vulkan Vogelsberg:
Auf dem Weg zum Geopark

In Schotten wurde das Konzept überreicht –
Gerold Beckmann: „Wir haben einmalige Potenziale“

Der Vogelsberg – das ist das größte Vulkanmassiv Mitteleuropas. Jetzt soll es noch kraftvoller und wahrnehmbarer vermarktet werden. Fachleute und Politiker wollen, dass der Vulkan ein Geopark wird. Das wurde am Dienstag in Schotten deutlich. Geopark: das bedeutet, die einzigartigen Naturdenkmale mit dem Charakter von Lernstätten und Erlebniswelten zu verbinden. Eine umfangreiche Aufgabe.

Das Basaltmassiv des Vogelsbergs erstreckt sich über 2400 Quadratkilometer – das sind über elf Prozent der hessischen Landesfläche – und berührt sechs Landkreise: Vogelsberg, Wetterau, Gießen, Main-Kinzig, Fulda und Marburg. „Eingangstore“ in den Geopark soll es deshalb geben: die Amöneburg, die Münzenburg, Ortenberg, die Glauburg und Romrod.

  

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Das Konzept „Vulkan Vogelsberg“ ist fertig. Vogelsberg-Landrat Rudolf Marx (Dritter von links), Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky (Vierte von links) und Wetterau-Landrat Joachim Arnold (Fünfter von links) nahmen die Expertise in der Festhalle Schotten entgegen. Unser Bild zeigt auch (von links) Gerold Beckmann (Vulkanologische Gesellschaft), Geologin Sylvia Reyer, Landrätin Anita Schneider (Landkreis Gießen) und Professor Dr. Harald Kunze.

  

„Das Entwicklungskonzept Vulkan Vogelsberg brachte uns einige Ergebnisse, die wir nicht unbedingt erwartet hatten“, fasste Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky den neunmonatigen Arbeitsprozess zusammen. Als Vorsitzende des Lenkungs- ausschusses hob sie den Konsens zwischen Vogelsberg und Wetterau im entscheidenden Punkt hervor: „Die Experten der ARGE ABRAXAS & e.t.a. haben uns einen Geopark als Klammer der geologischen Potenziale des Vulkangebietes vorgeschlagen und wir wollen diesen gemeinsam schaffen.“ Dabei gebe es hervorragende Vernetzungsmöglichkeiten zwischen der Vulkanregion und der ArchälogieLandschaft in der Wetterau. Klar sei, dass man sich nur gemeinsam erfolgreich vermarkten könne. „Was wir hier unternehmen, ist klassische Wirtschaftsförderung“, hob die Bürgermeisterin hervor.

Der Geopark stand bei der öffentlichen Abschlusspräsentation zum Entwicklungskonzept am Dienstag in Schotten im Mittelpunkt. In Anwesenheit von weit über 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der Landräte Rudolf Marx (Vogelsbergkreis), Joachim Arnold (Wetteraukreis), Anita Schneider (Landkreis Gießen), dem Bundestagsabgeordneten Rüdiger Veit, einiger Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stellte Geologin Sylvia Reyer dar, dass sich touristisch geeignete geologische Schauobjekte in allen Teilen des Vulkangebirges befänden: „Dafür ist eine Flächenstruktur wie ein Geopark die geeignete Klammer.“ Allerdings gebe es viel zu tun, um die Geotope – 24 eignen sich besonders – dem Besucher anbieten zu können: „Zunächst sind zugewachsene Geotope frei zu schneiden, sichere Wege anzulegen sowie Wegweiser und Informationstafeln aufzustellen. Führungen sollten den Interessenten als Mehrwert angeboten werden.“

Die Errichtung eines Vulkaneums als überregional wirksame Informations- und Erlebniseinrichtung befürwortete Projektleiter Prof. Dr. Harald Kunze: „Das Vulkaneum als ‚Spinne im Netz‘ des Geoparks kann nicht nur zusätzliche Wertschöpfung in die Region bringen, sondern auch zu einem weithin ausstrahlenden Imagefaktor werden.“ Gerade an solchen Imageträgern fehle es in der Region. Wie geht es weiter: „Jetzt müssen alle Beteiligten ihre Hausaufgaben machen“, so Kunze. Einerseits seien politische Entscheidungen zu treffen und Finanzmittel für den Geopark zu beschaffen, andererseits könne vor Ort sofort mit der Inwertsetzung der Geotope begonnen werden.

„Vulkanismus und Leben“
soll das Leitthema und Alleinstellungsmerkmal der Region Vogelsberg werden. Dabei könne man sehr gut die Aspekte Gesundheit, Wasser, Flora und Fauna, Besiedlungsgeschichte und Baukultur, Bergbau, Handwerk und Kunst und nicht zuletzt den Bereich Sagen und Märchen den Besuchern nahe bringen.

Professor Kunze plädierte für ein Konzept, dass die Erd- und Kulturgeschichte mit den Sinnen erlebbar mache. Ein Vulkaneum könne die notwendige überregionale Magnetwirkung entfalten. Hier dürfe man nicht am falschen Platz sparen, warnte der Professor. 100.000 Besucher jährlich anzulocken, sei nicht unrealistisch. Seine Berechnungen hätten ergeben, dass eine zusätzliche Wertschöpfung von drei Millionen Euro pro Jahr möglich wäre. Als sehr positiv bezeichnete Kunze die vorhandenen und nutzbaren Strukturen und nannte den Naturpark Hoher Vogelsberg, die Region Vogelsberg Touristik GmbH und den „für das Binnenmarketing unverzichtbaren Verein“ Pro Vogelsberg.

Der Leiter der Sektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft, Gerold Beckmann, sprach sich in seinen Dankesworten an die Wissenschaftler aus Thüringen klar für die Errichtung des Geoparks aus. „Wir haben einmalige Potenziale“, rief er den über 100 Zuhörern zu. Der Geopark könne zu einem Motor in der Wirtschaftsförderung werden, denn „der Tourismus ist eine Zukunftsbranche“. Bisher gibt es 12 Geoparks in Deutschland – und alle haben Schwerpunkte, die mit dem Vogelsberger Themen-Ansatz nicht kollidieren. Gemeinsam mit der Geologin Sylvia Reyer ist Beckmann der Meinung, dass man die Vernetzung mit Hochschulen, Museen, Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft brauche. Nicht zuletzt seien die vielen engagierten Hobby-Geologen nicht wegzudenken. So berichtete Alfred Schneider, Heimatforscher aus Lauterbach, nach der Veranstaltung, dass bereits in den nächsten Tagen bei Schotten ein erstes Geotop freigelegt werde. „Jetzt gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und die wertvollen Erkenntnisse des Gutachtens zu nutzen“, sagte Bürgermeisterin Schaab-Madeisky abschließend. Auch zu diesem Zweck wurde am Abend von den Wissenschaftlern bereits eine erste Broschüre zum Thema „Geopark – Vulkanregion Vogelsberg“ vorgestellt und verteilt.

 

Broschüre: Geopark Vulkanregion Vogelsberg
zum Download (PDF: 2.347,1kiB)

 


Text/Bild: Pressestelle Vogelsbergkreis

 

 

 

 

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