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Besiedlung Aus vorgeschichtlicher Zeit sind Spuren menschlicher Besiedlung im Hohen Vogelsberg nicht bekannt, dafür umso mehr aus den Randgebieten des Gebirges. Von letzteren ausgehend erfolgten dann auch Ortsgründungen in höher liegenden Lagen, erstmals wohl in der Zeit bis zum 4. Jahrhundert nach Christi. Eine zweite Siedlungsperiode folgte vom 4. bis zum 11. Jahrhundert. Wurden anfangs nur waldfreie Räume und Talböden besiedelt, legte man später Sümpfe trocken und rodete Waldparzellen. Dieser Vorstoß erreichte in karolingischer Zeit seinen Höhepunkt.

Tief im Tal: Die Kirche von Burkhards
Eine weitere Rodungsperiode ist für die Zeit zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert bekannt. Neue Orte wurden an den Oberläufen der Bäche, teilweise auf ungünstigen Böden, angelegt. Ein starker Bevölkerungszuwachs, auch territoriale Interessen geistlicher und weltlicher Herren mögen Gründe für diese letzte Siedlungsperiode gewesen sein. Zu Lasten von Naturland war Kulturland entstanden. Der eigentliche Oberwald aber blieb immer (bis auf zwei Ausnahmen: Eigelshain und Giesenhagen) unbesiedeltes Gebiet. Die heutigen Gaststätten auf dem Hoherodskopf entstanden erst, als man im Vogelsberg begann, an Fremdenverkehr zu denken.

Tief im Tal: Ehemalige Mühle bei Schlechtenwegen
Viele Siedlungen aus dieser Zeit wurden bereits kurz nach ihrer Gründung aufgegeben, wurden wüst. Man schätzt je nach Region zwischen 40 und 60%. In anderen Orten musste man hart um ihre Existenz kämpfen. Die Bewohner von Sichenhausen verließen ihren Ort und zogen in das weiter unten gelegene „Enkarts“, nahmen dabei aber den Ortsnamen mit. Die Herchenhainer setzten sich im 19. Jahrhundert gegen den Willen der Politiker durch, als diese das Dorf aufgeben wollten. In Floßbach nahe Wenings wanderten im Jahr 1842 alle Bewohner nach Nordamerika aus, nachdem sie Haus und Hof und sämtliches Gemeindeeigentum verkauft hatten.
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