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Der Vogelsberg, ein Gebirge? - Nur Wissenschaftler redeten ehemals von einem Gebirge Vogelsberg!

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Vogelsberg - die Lage
„Dem Fremden kann es leicht, heute noch wie ehedem begegnen, daß er in dem Vogelsberg herumreiset, ohne ihn zu finden“, schrieb Pfarrer Theodor Bindewald im Jahr 1853, und er fährt fort: „Wer an den Vorhöhen ankommt und fragt: ‘Bin ich nun bald im Vogelsberg?’ den weist man weiter aufwärts nach den Höhen. Hier angekommen werden wiederum andere südliche oder östliche Punkte genannt, bis man zu den Abhängen gelangt, und bei weiterem Forschen zu nicht geringem Erstaunen hören muß, daß man längst durch den Vogelsberg gekommen sei.“ Der Autor rät dem Leser daher, sich mit Hilfe einer Karte über Ausdehnung und Lage des Waldgebirges zu informieren.

  

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Der Technikturm auf dem Hoherodskopf erleichtert die Orientierung

  

Bindewald bezeichnet hier den Vogelsberg richtigerweise als „Gebirge“. In seiner Zeit war das nicht selbstverständlich, denn nur Wissenschaftler redeten damals vom „Gebirge Vogelsberg“, während Heimatforscher ihn vehement als Berg verteidigten: Schließlich besage der Name das schon. Und wenn man die Einheimischen frage, dann gingen sie immer nur auf den „Berg“ und nie ins „Gebirge“.

Die Landschaft des Vogelsbergs beschreibt Bindewald wie folgt: „Der Vogelsberg in seiner Abgeschlossenheit ist einem frischen, gesunden Mägdlein vom Dorfe vergleichbar, das den Typus erhalten hat, den ihm seine Heimat gegeben, und neben der stolzen, in Sammt und Seide und allerlei Kostbarkeit prangenden Städterin in ihrer Überfeinerung kann dem unverdorbenen Geschmack auch das treue Auge, die blühende Wange und das naive, neckisch fröhliche Wesen eines Naturkindes gefallen.“

  

Wir formulieren eine solche Beschreibung heute etwas sachlicher: Der Vogelsberg liegt in der Mitte Deutschlands. Die großen Verkehrsadern führen an seinem Rand entlang, seien es die Autobahnen oder auch die ICE-Strecken und die anderen Fernverbindungen der Bahn. - Und das ist gut so! Denn zwischen diesen Strecken wird die Region als Ruheinsel bewahrt. Die Bewohner des Rhein-Main-Ballungsraumes wissen das genau und fliehen oft an den Wochenenden aus ihrer Großstadtluft in die Berge, wie auch viele andere, die über die günstig gelegenen Autobahnabfahrten rund um den Vogelsberg in den Mittelgebirgsraum abzweigen. Zuganbindungen gibt es in Frankfurt, Gießen und Fulda mit Umsteigemöglichen. Und wer vom Vogelsberg aus in die „übrige Welt“ reisen möchte oder aus ihr zurückkommt, hat es zum oder vom Rhein-Main-Airport auch nicht weit.

 

 

 

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